IMPULSVORTRAG, Freitag, 26. Juni, 13:00 – 13:15 Uhr

Christian Donath, ECO Platfrom AISBL

Kreislaufwirtschaft ist längst mehr als ein Nachhaltigkeitsthema – sie wird zu einem strategischen Faktor für Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und resiliente Wertschöpfungsketten. Gerade das Bauen steht dabei vor der Herausforderung, komplexe Material- und Produktströme wirtschaftlich, praktikabel und skalierbar in funktionierende Kreisläufe zu überführen. Zentral hierfür ist die Schaffung gemeinsamer Indikatoren und standardisierter Produktinformationen, die von Bauprodukteherstellern bereitgestellt und entlang des gesamten Lebenszyklus genutzt werden können – vom kreislauffähigen Planen über den Betrieb bis hin zu Rückbau, Wiederverwendung und Recycling.

Christian Donath zeigt, warum Zirkularität nur dann funktioniert, wenn Daten, Prozesse und Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette gemeinsam gedacht werden. Im Fokus stehen die eigentlich immer gleichen produktbezogenen Informationen, die Hersteller angeben müssten, um Kreislauffähigkeit verlässlich bewerten und praktisch umsetzen zu können. Gleichzeitig existieren weltweit zahlreiche unterschiedliche Ansätze zur Erfassung und Bewertung solcher Informationen. Für Bezahlbarkeit, Skalierbarkeit und Praktikabilität ist es daher von zentraler Bedeutung, kreislaufbezogene Produktdaten zu harmonisieren und zu standardisieren.

Der Vortrag beleuchtet, welche Rolle gemeinsame Standards, transparente Produktinformationen und regulatorische Entwicklungen künftig für zirkuläre Wertschöpfung im Bauen spielen werden. Christian Donath zeigt dabei Ansätze für die Schaffung eines Standards auf Basis der Erweiterung der bereits etablierten Umweltproduktdeklaration, der EPD, und macht deutlich, wie diese als Grundlage für belastbare, vergleichbare und wirtschaftlich tragfähige Kreislaufinformationen genutzt werden kann.

„Kreislaufwirtschaft ist für die EU ein strategischer Schlüssel, um in einer zunehmend angespannten weltpolitischen Lage den Zugang zu wichtigen Ressourcen unabhängiger und resilienter zu gestalten. Gerade im Bausektor mit seinen langen Prozessketten gelingt die Umsetzung jedoch nur, wenn alle Beteiligten gemeinsam praktikable, bezahlbare Lösungen entwickeln und Informationen verlässlich austauschen. Gemeinsame Standards sind dafür unverzichtbar, damit Kreislaufwirtschaft effizient, skalierbar und wirtschaftlich tragfähig wird.“ – Christian Donath